BC Lörrach-Brombach – Ein junger Lichtstreif am Badminton-Horizont

Welcher Verein kennt es heutzutage nicht, das Problem mit dem fehlenden Nachwuchs?

Auch beim Badminton Club Lörrach-Brombach zeichnete sich über viele Jahre hinweg eine bedenklich-rückläufige Entwicklung ab. Die Anzahl der Aktiven-Mannschaften reduzierte sich von einstmals Drei auf Eine, diese musste ihr hohes Leistungsniveau aufgrund des zunehmenden Alters der SpielerInnen und des latent nagenden Damenmangels immer weiter einbüßen - aber wo blieb die Verjüngungsinfusion, wo blieb der lebenswichtige Impuls, die klaffende Lücke zwischen Jung und „Alt“ zu schließen?

Für die Kids ist das Bestreiten von regionalen- und für die Besseren auch überregionalen Ranglistenturnieren zwar eine sehr gute und sportlich-gesunde Möglichkeit, ihre Kräfte mit Gleichgesinnten zu messen, doch was kommt danach? Wollen ältere Jugendliche am Wochenende immer noch ganztags in der Sporthalle hocken, um ihre Einzel- und Doppelspiele zu bestreiten, wo sie doch wissen, dass wenn sie die erste Runde beim einfachen K.O.-Systems verlieren, meist nur noch ein Tabellenplatz mit Rang Neun aufwärts möglich ist? Ist sportlicher Erfolg auf höherem Niveau nur den wenigen Kader-SpielerInnen vergönnt? In den Kommentaren & Gesprächen klang da oftmals verständlicher Frust heraus und viel zu oft brachen in der Vergangenheit vielversprechende Talente ab einem Alter von ca. 15-16 Jahren einfach weg. War das tatsächlich immer nur über „Freund/-in“, „Führerschein“ oder „weiterführende Ausbildung“ erklärbar? Manchmal erfolgte auch der Schwenk auf eine andere Sportart.

Eine frühzeitige und bereitwillige Integration in das Trainings- und Mannschaftskonzept der Aktiven sowie der Anreiz für die fortgeschrittenen Jungendlichen, sich nicht nur mit Gleichaltrigen, sondern auch mit erfahrenen Älteren zu messen, könnte hier wertvolle und nachhaltigere Impulse für eine stabile Zukunft bieten. So die Erkenntnis, die seit etwa drei Jahren zu einem Umdenken im Verein geführt hatte und neben dem individuellen, sportlichen Ehrgeiz verstärkt das Leitbild „Spaß im Team“ hervor hob.

2016 zeigt sich nun endlich der erste, junge Lichtstreif am Horizont. Nach sorgfältiger Vorbereitung über das mittlerweile etablierte Jugend-Mannschaftstraining mit aktuellen Erfolgen bis auf SO-deutscher Ebene, sowie die stärkere Einbindung bei den Erwachsenen, konnte der BC Lörrach-Brombach für die kommende Saison wieder eine zweite, deutlich jüngere Aktiven-Mannschaft melden, die von Trainer Marco Schroeder geführt werden wird. Weitere Zugänge bei den Damen wären trotzdem mehr als wünschenswert.

Die für die zweite Aktiven-Mannschaft qualifizierten Jugendlichen nahmen dieses Jahr auch in größerer Zahl an den Vereinsmeisterschaften der Senioren teil und bewiesen dabei eindrucksvoll ihr bereits hohes Leistungsniveau. Raphael Costea (2001) schaffte es bei den neun teilnehmenden Herren vor seinen beiden jugendlichen Mitstreitern Sebastian Schultz (2001) und Tim Bitzer (2002) bis auf den 3. Podestplatz. Costea und Schultz überzeugten insbesondere durch die engen Halbfinalspiele gegen Norbert Pöpperl und Oliver Klobasa, der sich im Finale in der Verlängerung des 3. Satzes gegen Pöpperl den Titel sicherte.   

Bei den Damen traf Vorjahressiegerin Julia Junge auf ihre neue Mannschafts-Kollegin Christelle Ranc und die Jugendliche Nele Schroeder (2000), die in der laufenden Saison im Einzel als auch im Mixed zusammen mit Costea bereits starke Leistungen auf südbadischer Ebene gezeigt hatte. Über jeweils vier spannende Hin- und Rückrundenspiele hinweg schien kurz vor Schluss der Meisterschaftstitel abermals Junge zuzufallen. Schroeder hatte tapfer gekämpft und das Rückrundenspiel gewonnen, doch Junge lag nach Summe der erspielten Punkte vorne. Da Ranc im letzten Spiel gegen die leicht angeschlagene Junge jedoch einen Satz gewann, freute sich Schroeder am Ende stolz über den Vereins-Pokal.

(Marco Schröder)

VM2016